Cybergrooming Awareness Projekt für die 3. Klassen: „Gefangen im Netz“

veröffentlicht am 13.02.2025
Ein Mädchen chattet mit einem Fremden im Netz: „Ist das okay, ich bin erst zwölf?“ „Wenn das zwischen uns ein Geheimnis bleibt, na klar.“


Ein Mädchen chattet mit einem Fremden im Netz: „Ist das okay, ich bin erst zwölf?“ „Wenn das zwischen uns ein Geheimnis bleibt, na klar.“
"Es stört dich nicht, dass ich zwölf bin?" "Warum sollte das ein Problem sein, wenn du auf mich stehst und ich auf dich?" Diese Szene stammt aus dem Dokumentarfilm "Gefangen im Netz", der zeigt, wie schnell Kinder im Internet zu Opfern sexuellen Missbrauchs werden. Er zeigt, wie Männer auf der Suche nach virtuellen sexuellen Kontakten mit Mädchen und Jungen vorgehen und wie sie von ihnen Nacktfotos und persönliche Treffen fordern.
Der Film, gestaltet von zwei tschechischen Dokumentarfilmern, ist eine Art Experiment, das zeigen soll, welchen Gefahren Kinder online ausgesetzt sind. Er ist inszeniert und dokumentiert von einem Filmteam, begleitet von Juristen, Psychologen und der tschechischen Polizei. Drei erwachsene, aber sehr jung aussehende Schauspielerinnen geben sich in sozialen Netzwerken als zwölfjährige Mädchen aus. Zehn Tage lang gehen sie mit Fake-Profilen in eigens gebauten Jugendzimmern online. Rund 2.500 Männer, im Film sind sie unkenntlich gemacht, kontaktieren die jungen Frauen. Mit 21 Männern finden auch echte Treffen statt. Die Schauspielerinnen werden dabei von einem versteckten Kamera-Team begleitet.
Im Rahmen der diesjährigen Don Bosco Festprojekte Ende Jänner wurde den SchülerInnen der 3. Klassen nach einer Einführung ins Thema die Schulversion der Dokumentation gezeigt. Danach konnten sich die SchülerInnen über das Gesehene austauschen. Die beiden Oberstufenschüler Sven Patrick Wimmer und Thomas Dachauer erläuterten mittels einer Präsentation nochmals die Strategien der Täter und wie man sich konkret davor schützen bzw. dagegen zur Wehr setzen kann. Die SchülerInnen wurden auch dazu eingeladen, auf den eigenen Handys, die sie zur Filmvorführung mitnehmen sollten, die Sicherheitseinstellungen ihrer verwendeten Apps zu überprüfen und bekamen Hilfestellung dazu. Unsere Schulpsychotherapeutin Tamara Andrich-Kerschenbauer informierte dann über Hilfs- und Beratungsangebote innerhalb und außerhalb der Schule. In einem abschließenden Quiz sollten die Kinder dann für ?online-Situationen? aus der Praxis sensibilisiert werden, und ein Gefühl dafür entwickeln, bei welchen Fragen bzw. Verhaltensweisen von Chatpartnern bei ihnen die Alarmglocken läuten sollten bzw. Vorsicht angebracht ist.
Das Filmprojekt soll dazu beitragen, die Kinder zu sensibilisieren, die Vorgangsweise der Täter zu durchschauen und bei einem merkwürdigen Bauchgefühl ein klares "NEIN! - STOPP! das will ich nicht" zu kommunizieren - umso schwerer haben es die Täter.
Mag. Doris Höld (Projektleiterin)



